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Ring of Kerry

Irlands wohl berühmteste Besucherattraktion, der Ring Of Kerry, ist eine Panoramastraße, die auf einer Länge von ca. 170 km die Iveragh Halbinsel in Irlands Südwesten umrundet. Die Rundstraße führt größtenteils entlang der Küste durch eine spektakuläre, geradezu mystische Landschaft. Entlang der Strecke befinden sich eine Fülle von Sehenswürdigkeiten, so dass es sich empfiehlt, für den Ring Of Kerry mehrere Tage einzuplanen - auch um die eigentliche Route mit angrenzenden Touren wie z.B. den Skellig Ring zu kombinieren. Wer nur wenig Zeit hat oder nicht selbst fahren möchte, kann während der Sommermonate von Killarney aus mit einem Reisebus zu einem Tagesausflug auf den "Ring" starten.

Was genau macht den Ring Of Kerry nun zu Irlands beliebtester Besucherattraktion? An erster Stelle wäre da das einmalige Landschaftsbild zu nennen: Das Seengebiet um Killarney, die majestätischen Berge im Hinterland und davor eine unglaubliche Küstenlandschaft. Wunderschöne Strände bei Rossbeigh oder Derrynane, unberührte Natur im äußersten Westen der Halbinsel und ein herrlicher Panoramablick über den Atlantik. Die Iveragh Halbinsel gewährt auch tiefe Einblicke in das altertümliche Irland mit einer Reihe von Stone Forts, Ogham Steinen oder Standing Stones. Entlang der Strecke liegen sehenswerte Orte, die sich eine gewisse Ursprünglichkeit erhalten haben. So zum Beispiel Sneem. Der Ort ist zur Mittagszeit fest in der Hand von Touristen, doch gegen Abend ist die aufgeregte Geschäftigkeit des Tages wie weggewischt. Dann erwacht der Charme der irischen Dorfgemeinschaft mit seiner ganzen Herzlichkeit und Heiterkeit.

Die Rundfahrt um den Ring Of Kerry beginnt in Killarney. Das Wort Touristenhochburg umschreibt das Städtchen recht passend. Doch kaum hat man den Ort auf der N71 verlassen, schlängelt sich die Straße durch dichte Wälder entlang der großen Seen des Killarney National Parks hinauf zum Moll's Gap. Unterwegs lohnt ein Halt am Aussichtspunkt Ladies View, von wo aus man das Seengebiet bei Killarney überblicken kann. Der erste Ort auf der Strecke ist Kenmare, ein Marktflecken auf dem es im Vergleich zu Killarney etwas beschaulicher zugeht. Das malerische Örtchen liegt in der geschützten Kenmare Bay genau im Scheitelpunkt zwischen der Iveragh und der Beara Halbinsel und ist daher ein idealer Ausgangspunkt für Besucher, die sowohl den Ring of Kerry als auch den Ring of Beara befahren möchten.

Von Kenmare aus führt die N70 in westliche Richtung zunächst durch ein bewaldetes Gebiet, das nur an wenigen Stellen den Blick auf das Meer freigibt. Der Wald wird zunehmend dichter und in einer Haarnadelkurve überquert man die Blackwater Bridge, unter der der Fluß Blackwater wild tosend ins Tal hinunter stürzt. Der nächste größere Ort auf der Strecke ist Sneem, der besonders bei Anglern und Seglern hoch im Kurs steht. Mitten durch den Ort fließt der gleichnamige Fluß, den eine einspurige Brücke mit schmaler Extra-Spur für Fußgänger überspannt. Freunden des traditionellen irischen Frühstücks sei an dieser Stelle empfohlen, den Black Pudding aus Sneem zu kosten. Er gilt als der Beste in ganz Irland.

Auf der weiteren Strecke passiert man einen zerklüfteten Küstenabschnitt mit kleinen Sandstränden und hoch aufsteigenden Bergen im Landesinneren. Bei Castlecove empfiehlt es sich die N70 für einen Abstecher zum Staigue Fort zu verlassen. Staigue Fort ist eines der größten und besterhalten Ringforts Irlands und eine herausragende Attraktion des Ring Of Kerry. Bei Caherdaniel sollte ein weiterer Abstecher in Richtung Derrynane eingelegt werden. Hier steht unweit des Weges ein leicht zugänglicher Ogham Stein. Kurz dahinter gelangt man am Strand von Derrynane zum ehemaligen Herrenhaus Derrynane House, dem Stammhaus einer der herausragenden politischen Persönlichkeiten der Republik Irlands - Daniel O‘Connell.

Auf der Weiterfahrt nach Waterville passiert man einen der landschaftlich schönsten Küstenabschnitte Irlands. In Waterville, wo schon Charly Chaplin regelmässig seine Ferien verbrachte, lohnt ein Besuch des Lough Curraine im Hinterland - ein Paradies für Angler mit großen Fischbeständen. Wer genügend Zeit mitbringt, sollte von Waterville aus zu zwei Abstechern aufbrechen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Der eine führt ins Landesinnere in die "Kerry Highlands", der andere ist eine in sich abgeschlossene Rundfahrt - der Skellig Ring. Über den beliebten Ferienort Ballinskelligs führt der Skellig Ring hinüber zur traumhaft schönen St. Finan's Bay und weiter über den steil aufsteigenden Coomanaspig Pass hinab nach Portmagee. Vom kleinen Fischerdorf Portmagee aus starten die Boote zu den Skellig Islands - ein absolutes Highlight einer jeden Irlandreise, so fern die Gezeiten eine Überfahrt zulassen. Ausserdem gelangt man über die Brücke bei Portmagee nach Valentia Island, einem weiteren Juwel im Südwesten Irlands.

Zurück auf dem Ring of Kerry ist Cahersiveen die nächste Station. In unmittelbarer Nähe der Stadt sind zwei gut erhaltene Ringforts sowie die Ruine des Ballycarbery Castle zu besichtigen. Die weitere Fahrt führt nun kurze Zeit durchs Landesinnere, ehe man bei Kells wieder einen Panoramablick über das Meer genießen kann. In Kells eröffnete 2006 ein Park mit subtropischen Pflanzen und verschiedenen Themengärten. Der Einfluß des Golfstroms ist der üppigen Flora hier deutlich anzusehen. Ein weiteres landschaftliches Highlight, der weitläufige Strand von Rossbeigh, befindet sich in der Nähe von Glenbeigh. Hier erstreckt sich eine schmale Dünenlandschaft über mehrere Kilometer ins Meer. Kurz nach Glenbeigh gelangt man zum Kerry Bog Village, einem Freilichtmuseum, das einen Einblick in das Leben und Schaffen irischer Torfbauern gewährt.

Auf der Weiterfahrt nach Killarney führt der Weg nach Killorglin, das idyllisch am River Laune liegt. Killorglin ist bekannt für den jährlich im August stattfindenden „Puck Fair“, einem dreitägigen Jahrmarkt. Bis zu 100.000 Besucher entern dann die Stadt, die sich zum Zeitpunkt des Festivals im Ausnahmezustand befindet. Der Höhepunkt der Veranstaltung ist die Krönung eines Ziegenbocks zum König. "King Puck", so der offizielle Titel des gehörnten Vierbeiners, muss während des Festivals drei lange Tage auf dem Marktplatz ausharren, ehe er wieder in die Freiheit entlassen wird. Die Ursprünge des Festivals sollen weit in die vorchristliche Vergangenheit Irlands zurückreichen und werden mit dem keltischen Fest Lughnasa, dem Erntedankfest, in Verbindung gebracht.

Die Rundfahrt endet wieder in Killarney, wo sie auch begonnen hat. Übrigens hat man sich vor Jahren darauf geeinigt, dass alle Reisebusse die Strecke generell gegen den Uhrzeigersinn befahren, um Schwierigkeiten beim gegenseitigen Passieren zu vermeiden. PKW-Fahrern wird empfohlen, die Strecke entgegengesetzt, also im Uhrzeigersinn, zu befahren, um Behinderungen durch Reisebusse zu vermeiden. Die Straßen wurden in den letzten Jahren zusehends verbreitert und befinden sich heutzutage in einem einwandfreien Zustand. Engpässe gibt es nur noch wenige. Die größte Gefahr beim Autofahren dürfte somit die Ablenkung durch die einmalig schöne Landschaft darstellen.